Burgwedel zu schwach für Burgdorf

Nur 15 Minuten konnte der Handball Hannover-Burgwedel e.V. im hannoverschen Derby gegen den TSV Burgdorf 2 mithalten. Schon zur Halbzeit lagen die Gastgeber mit 9:15 hinten. Am Ende feierten die Gäste einen auch in der Höhe verdienten 28:20-Derbysieg.

Fünf Minuten dauerte es, bis Florian Freitag den Torreigen vor gut 450 Zuschauern in der Ramhorstsporthalle in Großburgwedel eröffnete. Freitag war es auch, der das 2:0 für den HHB erzielte. Dann waren auch die Burgdorfer im Spiel und konnten ausgleichen. Bis zum 6:6 nach einer Viertelstunde konnte sich keine Mannschaft Vorteile erarbeiten. Als Malte Donker drei Treffer in Folge erzielen konnte, setzte sich Burgdorf erstmalig ab (9:6, 20. Minute). Der TSV spielte mit einer offensiven Deckungsvariante und stellte Burgwedel immer wieder vor Probleme. Viele Würfe der Gastgeber gingen neben das Tor oder waren sichere Beute von TSV-Keeper Jonas Wilde. Die Gäste agierten in der Folge sehr geschickt und kamen zu einfachen Torerfolgen. Burgwedel war zwar bemüht, hatte aber kein wirkliches Rezept gegen das schnelle und variable Burgdorfer Spiel. Bis zum Halbzeitpfiff waren die Gäste schon bis auf 15:9 enteilt.

Nach der Pause kam der HHB zwar hochmotiviert aus der Kabine, ein erneuter Dreierpack der Gäste zerstörte aber schnell die Burgwedeler Hoffnungen. Fortan hatte Burgdorf das Spiel komplett unter Kontrolle und zeigte den Gastgebern immer wieder die Grenzen auf. Die Gäste zogen bis auf zehn Tore davon und wenn nicht Pascal Kinzel im HHB-Tor einige gute Szenen gehabt hätte, wäre Burgdorf noch weiter davongezogen. Als die Partie längst entschieden war und die Gäste ein wenig nachließen, konnte der HHB die Begegnung wieder ausgeglichen gestalten. Jetzt traf vor allem Maurice Herbold aus dem Rückraum, der in Halbzeit 1 noch torlos geblieben war. Am deutlichen Sieg des TSV gab es aber nichts mehr zu deuten. Nach 60 überwiegend einseitigen Minuten feierte Burgdorf einen verdienten 28:20-Derbysieg.

Ein sichtlich enttäuschter HHB-Trainer Jürgen Bätjer analysierte das Spiel wie folgt: „Das war heute nichts, wir waren chancenlos und Burgdorf hat uns klar dominiert. Da kann man auch nichts schönreden. Kompliment an die Gäste, wie schon im Hinspiel haben sie das Derby auch in der Höhe verdient gewonnen. Meiner Mannschaft hat man deutlich angemerkt, dass der Akku leer ist, vor allem mental. Der Abstiegskampf hat eine Menge Energie gekostet und jetzt, wo der Druck nicht mehr da ist, schaffen wir es nicht, an die Grenzen zu gehen. Da war heute keine Leidenschaft und kein Feuer zu spüren. Hinzu kommt, dass einige meiner Spieler fast in jeder Begegnung in dieser Saison 60 Minuten durchgespielt haben. Die laufen jetzt auf dem Zahnfleisch und sind froh, wenn die Saison zu Ende ist. Der Wille ist da, aber das Fleisch ist schwach. Burgdorf hatte heute 16 Spieler im Aufgebot und kann aus dem Vollen schöpfen. Da wird gewechselt was das Zeug hält. Bei uns waren es heute nur 12. Das soll keine Entschuldigung für fehlende Leidenschaft sein, erklärt aber einiges. Ich hoffe, dass wir Mitte Mai in der Qualifikation für den DHB-Pokal noch einmal an unsere Grenzen gehen und vielleicht aus einer unterdurchschnittlichen Saison noch eine gute machen können. Nächsten Samstag geht es nach Potsdam. Da hängen die Trauben auch sehr hoch.“

HHB: Colin Räbiger, Pascal Kinzel (1) – Florian Freitag (4), Stefanos Michailidis (3), Christian Hoff (1), Steffen Fischer, Timo Paternoga, Maurice Herbold (6/1), Kay Behnke (3), Steffen Dunekacke, Justin Magnus Behr (1) und Dennis Weit (1).

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