HHB verdienter Derbysieger

Ein spannendes Handballderby wurde den knapp 400 Zuschauern am Freitagabend in der Gudrun-Pausewang-Sporthalle in Burgdorf geboten. Die Jungrecken des TSV Burgdorf standen dem Nachbarn vom HH Burgwedel gegenüber. Nach 60 intensiven Handballminuten konnten die Gäste einen verdienten 26:24-Auswärtssieg feiern und zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt mit auf die kurze Heimreise nach Großburgwedel nehmen.

Die Gastgeber hatten mit Hannes Feise, Veit Mävers und Jannes Krone drei Spieler aus dem erweiterten Bundesligakader aufgeboten und insgesamt 15 Spieler auf dem Spielberichtsbogen eingetragen. Als Trainer saß Torge Johannsen auf der Bank, Heidmar Felixson war zeitgleich bei seinem Zweitverein TuS Nettelstedt im Einsatz. Der HHB konnte nach der Rückkehr von Steffen Dunekacke zumindest 12 halbwegs gesunde Spieler in das Derby schicken.

Die Gäste begannen hochmotiviert und übernahmen von Anfang an das Kommando. Burgdorf ging zwar durch Jannes Krones schönen Dreher mit 1:0 in Führung, dann war jedoch auch der HHB im Spiel. Burgwedel war deutlich anzumerken, dass man nicht nach Burgdorf gekommen war, um die Punkte kampflos abzuliefern. Die Jungrecken wollten sich für die letzten beiden Niederlagen rehabilitieren. Bis zur 28. Minute bot sich immer das gleiche Bild. Der HHB legte ein bis zwei Treffer vor, Burgdorf konnte stets ausgleichen. Die Gästeabwehr stand sicher und hatte in Pascal Kinzel, der nach 15 Minuten für Mustafa Wendland zwischen die Pfosten gekommen war, einen sicheren Rückhalt. Aus dem gebundenen Spiel gab es für die Gastgeber kaum ein Durchkommen, Maurice Dräger & Co. wurde das Torewerfen richtig schwer gemacht. Die Gästedeckung stand kompakt und war beweglich zugleich. Burdorf war vor allem über die erste Welle erfolgreich. Linksaußen Bastian Weiß wurde von Jonas Wilde einige Male auf die Reise geschickt und erzielte schon in Halbzeit 1 sechs seiner insgesamt acht Tore. Bei den Gästen stach Linkshänder Artjom Antonevitch aus einer geschlossenen Mannschaft hervor. Der Rückraumrechte erzielte neun Tore und avancierte zum besten Torschützen des Derbys. 4:4, 8:8 und 12:12 waren die Zwischenstände. Kurz vor der Pause übernahmen die Jungrecken wieder die Führung. Timo Baune erzielte das 14:13, das war auch gleichzeitig der Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst nicht viel. Beide Teams waren weiterhin mit großer Leidenschaft und vollem Einsatz bei der Sache. Jeder Treffer wurde frenetisch bejubelt, das Derby verlief äußerst fair. Die Kontrahenten waren von allen Positionen erfolgreich, auf beiden Seiten konnten sich jeweils sieben Spieler in die Torschützenliste eintragen. Einen großen Aufreger gab es dann in Spielminute 40. Zum Unverständnis aller Spieler und auch der zahlreichen Zuschauer schickten die beiden Unparteiischen Christian Kroll und Emanuel Polke Burgwedels Florian Freitag auf die Tribüne. Nach einem Zweikampf mit Jannes Krone wurde er disqualifiziert, weil er sich aus der Umklammerung losreißen wollte. Fazit: Klare Fehlentscheidung!

Freitag hatte zuvor drei Tore erzielen und als Spielmacher neben Marius Kastening glänzen können. Der Verlust wog schwer, die verbliebenen Rückraumspieler Nenad Bilbija, Artjom Antonevitch und Marius Kastening mussten bis zum Abpfiff durchspielen. Die Gastgeber konnten nach wie vor aus dem Vollen schöpfen, Torge Johansen rotierte auf allen Positionen. Der HHB war jetzt richtig gallig und ging erstmalig mit drei Treffern in Führung. Marius Kastening erzielte eine Viertelstunde vor dem Ende das 21:18. Doch so schnell gab sich Burgdorf nicht geschlagen. Beim 22:22 durch Jannes Krone waren die Jungrecken wieder im Spiel. Sieben Minuten waren jetzt noch zu spielen und die Spannung war kaum noch zu überbieten. Tor durch Nenad Bilbija, Ausgleich durch Veit Mävers. Erneute Führung durch Lennart Koch, Antwort von Maurice Dräger (24:24, 56. Minute). Bei den Gästen nagelte Pascal Kinzel seinen Kasten nunmehr zu. Er vereitelte einige Großchancen der Gastgeber und zog den Jungrecken den Zahn. Gut zwei Minuten vor dem Ende brachte Lennart Koch den HHB auf die Siegerstraße und als Artjom Antonevitch 70 Sekunden vor dem Ende zum 26:24 traf, hatte Burgwedel zumindest einen Punkt sicher. Die Jungrecken gaben sich jedoch noch nicht geschlagen und holten 30 Sekunden vor dem Abpfiff noch einen Strafwurf heraus. Maurice Dräger, der zuvor 3x vom Siebenmeterpunkt getroffen hatte, musste gegen Mustafa Wendland antreten. Wendland war zum Strafwurf ins HHB-Tor zurückgekommen und parierte den Wurf. Das war die Entscheidung. Die Gäste spielten die letzten Sekunden herunter und wurden als verdienter 26:24-Derbysieger lautstark von ihren Fans gefeiert. Unterm Strich war der HHB mit mehr Leidenschaft und Emotionen bei der Sache. Das Ergebnis geht in Ordnung.

HHB: Mustafa Wendland, Pascal Kinzel – Florian Freitag (3), Stefanos Michailidis (3), Christian Hoff (2), Julius Mücke, Marius Kastening (3/1), Lennart Koch (2), Nenad Bilbija (4), Philip Reinsch, Steffen Dunekacke und Artjom Antonevitch (9).

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