Burgwedel erneut ohne Glück

Für den Handball Hannover-Burgwedel e.V. hat es erneut nicht zu einem Punktgewinn gereicht. In einem bis zum Schluss spannenden Derby gegen den HSV Hannover musste der HHB eine Sekunde vor dem Ende den Siegtreffer durch Milan Mazic hinnehmen. Mit nunmehr 5:13 Punkten rutscht Burgwedel damit auf einen Abstiegsplatz ab.

Die Gäste begannen in der mit 435 Zuschauern gut besuchten Misburger Sporthalle stark und von Beginn an entwickelte sich ein interessantes Derby zwischen dem HSV und dem HHB. Das erneute verletzungsbedingte Fehlen von Torjäger Maurice Herbold machte sich bei Burgwedel kaum bemerkbar. Das Team von Trainer Jürgen Bätjer spiele konzentriert und war auch mit der nötigen Leidenschaft bei der Sache. Nach einer guten Viertelstunde leuchtete ein 6:6 auf der Anzeigetafel der Ludwig Jahn Sporthalle. Dann bekam der HHB Oberwasser und konnte sich absetzen. Die Gästeabwehr stand immer stabiler und vorne wurde die sich bietenden Chancen konsequent genutzt. Die 12:8-Führung war der verdiente Lohn nach 23. Minuten. Bis zur Pause behielt Burgwedel die Spielkontrolle und ging mit einer verdienten 17:13-Führung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Gastgeber hochmotiviert auf die Platte und agierten immer wieder mit einem siebten Feldspieler. Burgwedel brauchte einige Zeit, um sich auf diese Variante einzustellen und schon nach 40 Minuten hatte der HSV Hannover den 20:20-Ausgleich hergestellt. Die Gäste hatten jetzt gerade im Innebblock Probleme und unter dem Jubel der heimischen Zuschauer ging der HSV in Führung. Doch Burgwedel hielt dagegen und fightete, auch wenn bei einigen Pfosten- und Lattentreffern jetzt Pech im Spiel war. Auch wurde dem HHB ein Tor aus einem direkten Anwurf von den ansonsten gut leitenden Schiedsrichtern nicht anerkannt. Hannover blieb am Drücker und war nach 50 Minuten mit 26:24 vorn. Das Derby hatte jetzt alles zu bieten, was die Spiele beider Mannschaften schon in den letzten Jahren ausgemacht hatten. Stefanos Michailidis (Foto) musste in der 54. Spielminute nach seiner dritten Zeitstrafe auf der Tribüne Platz nehmen. Hannover setzte sich bis auf drei Tore ab und sah vier Minuten vor dem Ende beim 31:28 durch Bastian Riedel schon wie der sichere Sieger aus. Doch so leicht gab sich der HHB nicht geschlagen. Rechtsaußen Thomas Bergmann war jetzt zur Stelle und schaffte mit drei Toren in Folge 40 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich zum 31:31. Hannover nahm eine Auszeit und hatte einen letzten finalen Angriff. Die Gastgeber spielten geschickt die Zeit herunter und nach einem Bodenpass konnte Kreisläufer Milan Mazic eine Sekunde vor dem Ende den 32:31-Siegtreffer für den HSV erzielen. Danach folgte grenzenloser Jubel bei Hannover und blankes Entsetzten bei Burgwedel.

Auch HHB-Trainer Jürgen Bätjer zeigte sich nach dem Spiel sichtlich enttäuscht: „Bei uns ist aktuell der Wurm drin. Das war heute das sechste Spiel der Saison, in dem wir mit einem Tor verlieren oder unentschieden spielen. Einige wenige Szenen sind spielentscheidend und wir hatten erneut nicht das nötige Glück auf unserer Seite. Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis und müssen uns für unsere Mühen endlich einmal belohnen. Auch heute haben wir uns gut verkauft und eine tolle erste Halbzeit gespielt. Und das, obwohl wir eine schlechte Trainingswoche hatten und uns Maurice Herbold mit seinen Toren natürlich fehlt. Gefühlt sind wir nicht so weit weg von den guten Teams der 3. Liga Nord, auch wenn ein Blick auf die Tabelle eine andere Sprache spricht. Steffen Fischer vergibt heute drei Hundertprozentige, unterm Strich fehlen uns diese Tore. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, in den entscheidenden Szenen machen wir Fehler, vergeben Würfe und machen den Sack einfach nicht zu. Aber Meckern nutzt ja nichts. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Woche endlich einmal wieder mehr Personal beim Training haben und am nächsten Samstag gegen Schwerin das Pendel endlich mal zu unseren Gunsten ausschlägt.“

HHB: Pascal Kinzel, Colin Räbiger – Florian Freitag (5), Stefanos Michailidis (2), Christian Hoff (3), Steffen Fischer (1), Timo Paternoga, Thomas Bergmann (5/3), Marcel Otto, Kay Behnke (5), Artjom Antonevitch (3), Steffen Dunekacke (5) und Justin Magnus Behr (2).

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